Was mir 6 Wochen Morgenroutine gebracht haben

Immer wieder hört man den Begriff Morgenroutine, und ehrlich gesagt habe ich mir am Anfang nicht ziemlich viel dabei gedacht! Jeder hat seine Routinen. Meine sah ungefähr so aus: 5 mal Snooze-Taste drücken, im Bett rum rollen, verschlafen aufstehen und merken das ich wieder nur 4 Stunden geschlafen habe. Träge zur Kaffeemaschine watscheln und darüber ärgern, dass das Wasser wieder leer ist. Und so weiter und so fort. Ständige Müdigkeit begleitete mich Tagsüber - aber funktionieren muss man ja. Wiederrum begleitete mich Schlaflosigkeit in der Nacht - Gedanken kreisten über meine ewig langen To Do Listen. Im Nachhinein liest sich das wirklich schrecklich, aber ich muss sagen: so schlimm habe ich es gar nicht empfunden. Man gewöhnt sich an alles irgendwann! ;-) 

 

Mein guter Freund Simon erwähnte irgendwann beiläufig, dass er bestimmte Dinge in seinen morgendlichen Ablauf integrieren will - Sport und ein Glas stilles Wasser am Morgen. Ich wurde hellhörig, weil ich schon lange wieder regelmäßig Yoga trainieren wollte. Aber nachdem ich mich müde durch den Tag geschleppt hatte, wollte ich meistens nur noch auf die Couch anstatt auf die Matte. Also viel Sport in den meisten Fällen flach. Und wer kennt es nicht? Vier Tage kein Sport gemacht, und der innere Schweinehund sagt: „Na jetzt hast du so lange nichts gemacht, jetzt macht es auch nichts aus, wenn du erst am Montag wieder anfängst.“

 

Erster Versuch Morgenroutine: Fail! 

Ich stellte meinen Wecker also am nächsten Tag eine halbe Stunde früher. Voller Tatendrang stand ich auf und fühlte mich wie ein Sieger! Yes, nur einmal die Snooze-Taste gedrückt und ich hab noch soooo viel Zeit! Handy raus, Kaffee gemacht, Instagram geöffnet. Eine halbe Stunde später stellte ich dann fest, dass ich spät dran bin! Ups.

 

Das ganze hat mich ehrlich gesagt ganz schön demotiviert. Außerdem war Donnerstag und dann war ja Freitag und am Wochenende wollte ich das ganze ja sowieso nicht durchziehen, somit konnte ich es auch sein lassen! 

 

Aber ich konnte nicht aufhören daran zu denken. Vor allem meine Schlafstörungen trieben mich in den Wahnsinn. Ich recherchierte natürlich auch im Internet darüber und fand über Google auch oft wieder zu dem Thema, Morgenroutine und Sport können bei Schlafstörungen Abhilfe verschaffen. Also in Ordnung, einen Versuch wollte ich mir selbst noch geben. 

 

Ich startete vor genau 6 Wochen, man merke an einem Freitag! Ich habe meinem inneren Schweinehund ein Schnippchen geschlagen - so musste ich es auch am Wochenende durchziehen! Wie sieht meine Morgenroutine aus? 6.30 Uhr (oder je nachdem wann ich arbeiten muss) klingelt der Wecker und ich stehe auf, Kaffe machen, 30 Minuten Zeit für Weiterbildung - z.B habe ich das Buch „Die 4 Stunden Woche“ gelesen, anschließend 30min Yoga, und ab unter die Dusche, danach gibts ein gesundes Frühstück - meistens Joghurt mit Obst und Müsli. 

 

Eine wichtige Sache an einer Morgenroutine ist, dass du dir einen genauen Plan machst: Was möchtest du integrieren und wie viel Zeit gibst du dir dafür? Achte darauf, dass du dich nicht übernimmst - eine Morgenroutine die 2 Stunden dauert wirst du nicht von Anfang an durchziehen. Starte lieber mit kleinen Schritten.  

 

Woche eins und zwei war ich sehr motiviert und bin jeden Tag glücklich aufgestanden! Es motiviert unglaublich seine eigenen Fortschritte zu sehen und ich mag es den Tag mit Kaffee und Lesen zu beginnen, anstatt direkt aufs Handy zu glotzen. Ich hatte das Gefühl richtig durchstarten zu können. Die Schlafstörungen wurden auch schon besser - noch nicht perfekt, hin und wieder war es nochmal so das ich nicht einschlafen konnte, aber definitiv besser! 

In Woche drei hatte ich schon das Gefühl das meine Routine Gewohnheit ist. Angeblich soll man das ganze ja mindestens 6 Wochen durchziehen bis es wirklich verinnerlicht ist, aber ich dachte mein Gehirn ist einfach schneller als andere. ;-) 

Das Gegenteil wurde mir in Woche vier bewiesen. Ich musste für ein Fotoshooting ein paar Tage in meine alte Heimat, dort war ich natürlich mit der Familie Abends essen und morgens war im Haus überall Trubel. Meine Yogamatte war zwar im Auto, aber da blieb sie auch. Drei Tage Auszeit. Wieder zu Hause angekommen, musste ich mich wieder ganz schön zwingen weiterzumachen! Das hätte ich wirklich nicht gedacht. Aber meine Willenskraft war stärker, ich motivierte mich einfach damit, dass jeder mal einen Durchhänger hat. Wenigstens die 6 Wochen wollte ich mal durchziehen! Also ab in Woche 5 und durchhalten! Es war einfacher als erwartet. Heute habe ich Woche 6 abgeschlossen, und ich bin richtig richtig stolz drauf! Vor allem auf meine Ergebnisse beim Yoga und natürlich auch das ich ein Buch komplett gelesen und durchgearbeitet habe, ich weiß nicht wann ich dass das letzte Mal gemacht habe. Ich werde auf jeden Fall weiter so machen <3

 

Zusammenfassend kann ich wirklich jedem Empfehlen seine Morgenroutine zu überdenken und neu zu gestalten, aktiv in den Tag zu starten gibt dir einfach ein tolles Gefühl und begleitet dich die ganzen weiteren Stunden. Meine Schlaflosigkeit hat sich verabschiedet, ich werde manchmal sogar ausgeschlafen und gut gelaunt vor meinem Wecker wach! Ich bin motivierter, fokussierter und strukturierter! Und einfach glücklich! 

 

Wenn dich jetzt auch die Lust gepackt hat, deine ganz persönliche Morgenroutine zu gestalten: Mach es einfach! Es braucht nicht den nächsten Montag, die nächste Woche oder den nächsten Monat! Du siehst auch ich habe mitten im Monat an einem Freitag angefangen. Schreib dir deine Morgenroutine auf, und gebe dir selbst die Zeit vor - sonst lässt du dich schnell ablenken. Schreibe dir auch eine abgespeckte Version auf, für Tage an denen nicht alles normal läuft (reisen o.ä), hier kannst du z.B nur die Hälfte der Zeit berechnen für die Dinge die du machen möchtest. Und lass dich nicht entmutigen, wenn der innere Schweinehund deine Motivation für ein paar Tage besiegt hat - mach einfach weiter wo du aufgehört hast! 

 

Wow, ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel schreibe. Ich bin mal gespannt wer bis hierher gelesen hat ;-)

 

Deine Vanessa

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